Im kalten Steinregen: Die immersive Show „Flow” in der Kreuzkirche Hannovers
Smetanas sinfonische Dichtung „Die Moldau“ ist Thema der immersiven Licht- und Klangshow „Flow“, die derzeit in der Kreuzkirche in Hannovers Altstadt zu sehen ist. Die Produktion verbindet Projektionen mit einem dichten Klangarrangement, bleibt nach Einschätzung jedoch hinter ihren eigenen Versprechen zurück.
Inszenierung
Die Show setzt klar auf visuelle Projektionen und raumfüllende Technik. Die Wirkung wirkt dabei kühl und technisch: Statt einer einfühlsamen Annäherung an Smetanas Tonbild entsteht laut Bericht ein technisches Spektakel, das eher Distanz schafft als Nähe. Atmosphärische Nuancen der Vorlage gehen verloren. Insgesamt bleibt der Eindruck von flächiger und funktionaler Inszenierung.
Musik und Technik
Obwohl Smetanas Sinfonik als Vorlage genannt wird, rückt die Musik in dieser Inszenierung in den Hintergrund. Lichteffekte und Raumprojektionen dominieren die Wahrnehmung. Das Zusammenspiel von Bild und Ton wird als nicht ausreichend konzeptuell verbunden beschrieben, sodass die musikalischen Gestalten und der Fluss der Komposition nicht lebendig werden. Die Technik nimmt den Raum ein, ohne ihn demnach wirklich zu formen.
Fazit
„Flow“ präsentiert sich in der Kreuzkirche in Hannover als technisch eindrückliche audiovisuelle Erfahrung. Die angekündigte Vermittlung der „Kraft und Schönheit der Natur“ und die unmittelbare Wirkung von Smetanas Musik bleiben jedoch größtenteils ausgespart. Die immersive Idee überwiegt die emotionale Bindung an das Werk.
Quelle: Neue Presse
