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Fehlen bald noch mehr Kinderpsychologen? Winnicott Institut in Hannover fürchtet um Existenz

Das Winnicott Institut in Maschseenähe in Hannover warnt, dass eine laufende Gesetzesreform die weitere Arbeit und Ausbildung am Haus gefährden könnte. Die Einrichtung ist sowohl Anlaufstelle für Therapie als auch Ausbildungsstätte für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.

Institut und Angebot

Pro Quartal behandelt das Institut mehr als 900 Patienten. Viele davon werden durch Gericht oder Jugendhilfe vermittelt. Zum Angebot gehören individualisierte, langfristige Spieltherapien, ein Toberaum im Keller, ein Kletterparcours im Therapiegarten sowie ein mit Videotechnik ausgestatteter Baby-Raum für Eltern und Neugeborene bei Kommunikationsstörungen.

Ausbildung und Existenzbedrohung

Das Institut bildet Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP) in Kooperation mit dem Masterstudiengang „Therapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“ der Hochschule Hannover aus. Institutsleiter Dr. Christoph Müller und Enno Hagenah, Vorsitzender des Trägervereins, warnen vor Folgen einer Gesetzesreform: „Zum einen feiern wir in diesem Jahr das 75-jährige Bestehen der Einrichtung, zum anderen bereitet uns das drohende Auslaufen der bisherigen Ausbildung Zukunftssorgen.“

Reform, Finanzierung und politische Perspektive

Nach aktueller Gesetzeslage ist die Verzahnung mit dem Masterstudiengang nur noch bis 2032 möglich; der letzte Jahrgang wurde 2026 aufgenommen. Gefordert wird ein einheitliches Studium der Psychotherapiewissenschaft und es gelten neue Vorgaben, wonach Weiterbildungs­teilnehmende fest angestellt werden müssen und Arbeitgeber Seminarkosten tragen. Müller und Hagenah befürchten, dass dies zu Unterfinanzierung und einer Versorgungslücke führt: „Das gefährdet den Fortbestand des Instituts und die dringend erforderliche Versorgung durch Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in der Region Hannover und darüber hinaus.“

Die Landesregierung hat die Wissenschaftskommission mit einem Gutachten beauftragt, das „eindeutig zu dem Ergebnis, das Modell des Winnicott Instituts fortzuführen“ kommt. Hagenah macht deutlich: „Ohne einen darauf aufbauenden Änderungsbeschluss des Bundestages … würde diese vom Land Niedersachsen geförderte Kombination aus Studium und Ausbildung zum Psychotherapeuten für Kinder und Jugendliche zwangsläufig auslaufen.“

Quelle: Neue Presse

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