Frau Winkler verlässt das Haus
Film: Frau Winkler verlässt das Haus
Drama | Deutschland 2026 | 119 Minuten. Die Regisseurin und Drehbuchautorin Doris Dörrie legt mit „Frau Winkler verlässt das Haus“ eine Tragikomödie vor, die im Jahr 2030 in Hamburg spielt. Im Mittelpunkt steht die 80-jährige ehemalige Schauspielerin Frau Winkler (Angela Winkler), die nach einem Sturz ans Bett gefesselt ist und von einem humanoiden Pflegeroboter umsorgt wird.
Handlung und Figuren
Frau Winklers Tochter Emi (Laura Tonke) engagiert einen Pflegedienst; dieser bringt den Androiden Pawlowitsch (gespielt von Josef Ellers) sowie die Pflegereferentin Selma (Via Jikeli). Anfangs verweigert Frau Winkler die Maschine, doch der Roboter beeindruckt sie mit Kenntnis von Tschechow und übernimmt Pflegeaufgaben. Er misst täglich Vitalwerte, übermittelt diese an die Pflegeagentur und bietet auch eine vorprogrammierte Assistenz zum selbstbestimmten Sterben an. Enkelin Billie wird von Zoë Baier gespielt.
Technik, Theater und Ton
Dörrie zeigt eine nahe Zukunft ohne großen technischen Schnickschnack: Roboter sind allgegenwärtig (etwa Hunde, die von Robotern Gassi geführt werden, oder ein fahrender Automat im Restaurant, der nach der elektronischen Gesundheitskarte fragt). Gleichzeitig spielt das Theater eine zentrale Rolle: mehrfach fließen Dialoge aus Tschechows „Drei Schwestern“ in die Handlung, und Bühnenproben und Aufführungen werden parallel zu den Interaktionen zwischen Frau Winkler und Pawlowitsch montiert.
Der Film fragt nach dem Umgang mit KI und zeigt differenziert Vorbehalte und Vorteile: Zwischenmenschliche Kontakte können ersetzt werden, aber auch Missverständnisse entstehen (etwa beim Wunsch nach einem Spiegelei). Dörries Annäherung an Science-Fiction bleibt zurückhaltend und erinnert in Teilen an Maria Schraders „Ich bin dein Mensch“ (2020).
Quelle: Filmdienst
