Funeral Casino Blues

Film im Blick: „Funeral Casino Blues“

Funeral Casino Blues (Drama | Deutschland/Thailand 2025 | 154 Minuten) erzählt von Jen (Jutamat Lamoon) und ihrem Zusammenspiel mit dem Kleinkriminellen Wason (Wason Dokkathum) in Bangkok. Regisseur und Drehbuchautor Roderick Warich verlegt die Handlung in nächtliche Hochhauslandschaften und in ländliche Familienhaushalte und lässt den Film zwischen Liebesfilm, Thriller, Familiendrama und Geistergeschichte changieren. Auffällig ist die Bildsprache: Dächer, Treppenhäuser, Motorradfahrten und urbanes Nachtlicht prägen die Szenen, begleitet von digitalen Einblendungen wie Textnachrichten.

Figuren und Alltag

Jen und ihre Mitbewohnerin Pim (Jutarat Burinok) arbeiten in einem Hotelkomplex und verdienen zusätzlich Geld von wohlhabenden Ausländern. Der Film interessiert sich wenig für die Kunden; sie erscheinen meist nur als Hinterköpfe. Wason wird zu Jens Beschützer und Begleiter, sie stellt ihn gelegentlich als ihren Bruder vor. Plötzliches Verschwinden von Figuren – oft durch Schwarzblenden markiert – gehört zur Erzählpraxis und lässt Identität und Präsenz im Film instabil erscheinen.

Stil und Themen

Warichs Film, in Thailand gedreht, wirkt trotz der Sprachbarriere des Regisseurs wie ein thailändischer Film; er musste sich teilweise mit Händen und Füßen verständigen. Stadt und Land, analog und digital, Nähe und Einsamkeit sind wiederkehrende Motive. Die erzählerische Zurückhaltung verbindet atmosphärische Details — Halsketten, Pistolen, Überwachungskameras, Kinder mit Feuerwerkskörpern — zu einer flirrend-fieberhaften Ballade über Sehnsucht nach einem anderen Leben.


Quelle: Filmdienst

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