H wie Habicht

Film und Handlung

H wie Habicht (Großbritannien/USA/Singapur, 2025) erzählt von der jungen Forschungsstipendiatin Helen, die nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters in eine existenzielle Krise stürzt. Helen arbeitet am Jesus College Cambridge, unterrichtet und schreibt an ihrer Doktorarbeit; auf dem Schreibtisch liegt eine Offerte eines Forschungsinstituts in Deutschland. Um sich dem Verlust zu stellen, legt sie sich einen Habicht zu, den sie Mabel nennt, und beginnt, ihn zu trainieren. Der Film basiert auf dem autobiografischen Roman von Helen Macdonald, in dem sie an ihren 2007 verstorbenen Vater, den Fotojournalisten Alistair Macdonald, erinnert.

Inszenierung und Bildsprache

Regisseurin Philippa Lowthorpe überträgt die literarische Vorlage bildmächtig auf die Leinwand. Die Mischung aus Vater‑Tochter‑Rückblenden, Naturaufnahmen und Innenraum‑Szenen macht den Film zu einer intensiven Beobachtung von Trauer und Selbstfindung. Szenen mit langsamer Entwicklung fordern vom Publikum Geduld, die Falknerei‑Sequenzen gehören zu den erzählerischen Höhepunkten.

Fassungen, Authentizität und Kritik

Die Produktion verzichtete bewusst auf KI und Computertechnik und arbeitete mit zwei echten Habichten; Claire Foy bereitete sich durch intensives Falknerei‑Training auf die Rolle vor. Es existieren mehrere Fassungen: Die Festivalfassung ist 128 Minuten lang, für den Kinoeinsatz wurde auf 115 Minuten gekürzt, während das Filmprojekt auch mit einer Laufzeit von 120 Minuten geführt wird. Die Kürzungen betrafen vor allem Szenen, die Helens sozialen Rückzug und ihr Abgleiten in Depressionen schildern, wodurch Biografielücken und eine Verschiebung des Fokus hin zur Naturbeobachtung entstanden sind. Sowohl Claire Foy als auch Brendan Gleeson werden als überzeugendes Vater‑Tochter‑Duo hervorgehoben; die Habichte bestechen durch ihre Flugaufnahmen.


Quelle: Filmdienst

Ähnliche Beiträge

  • Terminator 2 – Tag der Abrechnung

    Editionen und Fassungen Terminator 2 – Tag der Abrechnung liegt in zahlreichen Heimkino-Ausgaben vor. Die Laufzeiten variieren: Kinofassung auf BD 137 Minuten (DVD: 130), Director’s Cut 153 Minuten (DVD: 147) und der „Ultimate Cut“ auf BD 156 Minuten. StudioCanal veröffentlichte 2017 digital remasterte Editionen (BD/DVD) mit Kinofassung (BD: 137 Min.), Special Edition (BD: 153 Min.)…

  • Für immer 16

    Für immer 16 ist ein deutscher Drama-Film (Deutschland 2026, 73 Minuten), der als Hommage an die 2021 verstorbene Musikerin und Autorin Françoise Cactus verstanden wird. Cactus’ Gesang ist im Film zu hören, und Brezel Göring hat ein Romanfragment mit dem Titel Lebenslänglich vierzehn für das Projekt verarbeitet. Film und Entstehung Der Film entstand als lässige…

  • Gentle Monster

    „Gentle Monster“: Ein Drama über Vertrauen und Wahrheit Gentle Monster (Drama | Österreich/Deutschland/Frankreich/Finnland 2026 | 115 Minuten) erzählt von der Pianistin Lucy (Léa Seydoux) und dem Filmemacher Philip (Laurence Rupp), deren Leben aus den Fugen gerät, als der Mann beschuldigt wird, Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie. Das Paar ist mit dem Sohn Johnny (Malo Blanchet)…

  • Und es war Sommer – Dieter Thomas Kuhn & Band

    Film und Konzept Und es war Sommer – Dieter Thomas Kuhn & Band ist eine Musikdokumentation (Deutschland 2025, 95 Minuten). Regisseurin Juliane Sauter, Jahrgang 1995, begleitete Dieter Thomas Kuhn und seine Band 2024 auf einer Open-Air-Tour und verbindet aktuelle Konzertimpressionen mit reichlich Archivmaterial. Sequenzen sind meist nicht chronologisch oder datiert, sodass der Film dem Publikum…

  • Ghost School

    Ghost School — Kurzinfo Ghost School ist ein Drama aus Pakistan/Deutschland/Saudi-Arabien (2025), Laufzeit 88 Minuten. Der Debüt-Spielfilm von Seemab Gul erzählt von der zehnjährigen Rabia, deren Schule unvermittelt geschlossen wird, weil man sagt, ein Lehrer sei von einem Jinn besessen. Handlung und Inszenierung Rabia, gespielt von Nazualiya Arsalan, geht beharrlich der Frage nach, warum die…

  • Das Ende der Sterne

    Das Ende der Sterne Ridley Scotts »Das Ende der Sterne« erzählt gelassen von einem der wenigen Überlebenden einer Pandemie, der sich in der amerikanischen Einöde eingerichtet hat, die Zivilisation aber doch nicht hinter sich lassen kann. Hig (Jacob Elordi) zieht mit seiner Cessna durch eine post-apokalyptische Landschaft, in der die Natur die Städte zurückerobert hat….