Bitteres Fest

Bitteres Fest ist eine Tragikomödie aus Spanien (2026, 112 Minuten), die zwei parallel erzählte Geschichten über Trauer, Kreativität und Erinnerung verwebt. Der Film spielt in zwei Zeitebenen und nähert sich dem Thema sowohl intim als auch metafilmisch.

Handlung

Im ersten Erzählstrang steht Elsa im Mittelpunkt, eine auf Werbevideos spezialisierte Filmemacherin, gespielt von Bárbara Lennie. Ein Jahr nach dem Tod ihrer Mutter wird sie an einem Dezemberwochenende 2004 von Migräne und Panikattacken überwältigt; ihr Partner Bonifacio, genannt Beau (Patrick Criado), bringt sie in die Notaufnahme. Rückblenden zeigen das Kennenlernen in einem Stripper-Lokal und die Beziehung der beiden, die sich später nach Lanzarote verlagert.

Die zweite Ebene spielt im Sommer 2025 und begleitet den Regisseur Raúl Rossetti (Leonardo Sbaraglia), der nach Jahren ohne eigenes Drehbuch zur Autofiktion greift und die Geschichte um Elsa und Beau zu schreiben beginnt. Seine Assistentin Mónica (Aitana Sánchez-Gijón) fungiert als kritische Sparringspartnerin.

Musik und Zeit

Der Titel bezieht sich auf das Lied „Amarga Navidad“; mehrere Songs im Film stammen aus dem Repertoire der mexikanischen Sängerin Chavela Vargas. Der Handlungsanfang liegt am ersten Dezember-Wochenende 2004, das in Spanien traditionell die Vorweihnachtszeit einläutet.

Stil und Bewertung

Der Film arbeitet als Metafilm mit Elementen der Autofiktion und eines Musicals, ist farbintensiv komponiert und verbindet erotisches Prickeln, Fürsorge, Humor sowie Erschöpfung und Tristesse. Manche Szenen – etwa die im Stripper-Lokal oder eine lange intime Gesangsszene mit Amaia Romero – gelten als besonders einprägsam. Insgesamt wird der Film zwar nicht als Almodóvars bester, aber als „Almodóvar at his best“ beschrieben.


Quelle: Filmdienst

Ähnliche Beiträge

  • Amore und Basta!

    Eine selbstbewusste Literaturlehrerin lernt im Bus auf unsanfte Weise einen prinzipientreuen Chauvi kennen und geht mit ihm – trotz aller Unterschiede – ins Bett. Tags darauf entpuppt sich der One-Night-Stand als ihr neuer Chef – er ist Direktor des Gymnasiums, an dem sie arbeitet. Als die Lehrerin entdeckt, dass sie schwanger ist, versuchen die beiden…

  • Flieg steil

    Die Sängerin einer Neo-Nazi-Band eckt mit ihren Vorstellungen eines weiblichen Nationalsozialismus in ihrer Szene an. Auf der Suche nach Verbündeten stößt sie auf den einen Anarcho-Punk, der mit seinen Ideen, die rechte Blase zu unterwandern, bei seinen Mitstreitern ebenfalls wenig Gehör findet. Trotz ihrer gegensätzlichen Ausrichtung freunden sich beide an. Mit rohem Erzählrhythmus wirft der…

  • Terminator

    Eine Killer-Maschine aus dem Jahr 2029 wird ins Los Angeles der Gegenwart „entsandt“, um eine Frau zu töten, damit deren Sohn, der 2029 die Menschen im Kampf gegen die Maschinen anführt, gar nicht erst geboren wird. Mit Hilfe eines ebenfalls aus der Zukunft stammenden Beschützers, eines Menschen, kann sie schließlich das Computer-Wesen überlisten. Ein origineller,…

  • You, Me & Italy

    Eine junge New Yorkerin, die ihren Traum von einer Karriere als Köchin aufgegeben hat, verliert ihren Job als Housesitterin und steht plötzlich ohne Mittel da. In einer Hotelbar lernt sie einen italienischen Immobilienmakler kennen, der ihr von seiner leeren Villa in der Toskana berichtet. Prompt fliegt sie am nächsten Tag nach Italien und wird von…

  • Amore und Basta!

    Amore und Basta! ist eine romantische Komödie aus Italien (2026) mit einer Laufzeit von 108 Minuten. Im Zentrum stehen die Lehrerin Alessandra (Claudia Pandolfi) und der neue, konservative Schuldirektor Valerio (Edoardo Leo), die nach einer zufälligen Begegnung und einer gemeinsamen Nacht mit einer ungeplanten Schwangerschaft kämpfen müssen, einen Kompromiss zwischen ihren gegensätzlichen Lebensentwürfen zu finden….

  • Plattfuß räumt auf

    Kriminalkommissar Rizzo („Plattfuß“) jagt zwischen Neapel und Fernost einen Rauschgiftschmugglerring und stellt schließlich einen Verräter aus den eigenen Reihen. Klamottenhafte Unterhaltung mit und für Bud Spencer. (Späterer Titel: „Buddy in Hongkong“/“Plattfuß in Hongkong“)