Salz und Wasser

Film und Form

Salz und Wasser ist ein Dokumentarfilm von Ines Reinisch über eine Forschungsexpedition in die Ostantarktis. Der Film begleitet eine zehnwöchige Reise an Bord des Forschungsschiffes Polarstern und zeigt, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Veränderungen infolge des Klimawandels untersuchen. Die ersten Minuten zeichnen ein essayistisch-impressionistisches Bild: monochrome Grau-Weiß-Bilder, dann Farbe, Field Recordings und ein Sounddesign, das in ein metallisches Krachen übergeht, wenn Eis gebrochen wird. Eine Stimme flüstert: „Wir Menschen sind zu weit weg, zu weit weg von allem.“

Tonfall und Aufbau

Reinisch mischt off-Kommentare, porträthafte Sequenzen, kommentierte Interviews und didaktische Wissenschaftsabschnitte. Die Regie wechselt zwischen ernsten Reflexionen zur Zukunft des Planeten und einer teils naiven Begeisterung fürs Dabeisein, die der Kritik zufolge stellenweise an Die Sendung mit der Maus erinnert. Szenen zeigen Helikopterflüge, Einblicke in den Schiffsbauch und Besuche auf einer australischen Forschungsstation; zugleich werden Arbeitsabläufe dokumentiert und sedimentologische Proben genommen, dokumentiert und analysiert.

Team, Verantwortung und Ergebnis

Als Team agiert eine Gruppe spezialisierter Fachleute; Nautiker und Maschinentechniker ermöglichen den Forschenden ihre Arbeit. Auch eine Wissenschaftlerin aus dem Iran gehört zum Projekt. Im Film ist wiederholt von Verantwortung die Rede. Kapitän Felix Lauber sagt: „Verantwortung ist das, was man im Stande ist, zu tun.“ Die Forschungsreise untersucht Geschichte und Gegenwart des Antarktischen Zirkumpolarstroms, weil eine mögliche südwärtige Verlagerung dieser Meeresströmung den Eispanzer der Ostantarktis angreifen würde, was global Folgen in Form eines Anstiegs des Meeresspiegels um circa 50 Meter hätte. Der Schlusskommentar fasst erzählerisch zusammen und endet pathetisch mit der Aufforderung an die Menschheit, den „Schneid“ zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen.


Quelle: Filmdienst

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