Possible Love
Possible Love – Kurzinfo
Drama | Südkorea/Frankreich 2026 | 164 Minuten. Lee Chang-dong erzählt in seinem neuen Film von zwei südkoreanischen Paaren: eines aus der Arbeiterklasse, das andere aus wohlhabenden Verhältnissen. Im Mittelpunkt stehen Mi-ok (Jeon Do-yeon) und ihr Mann Ho-seok (Sul Kyung-gu) sowie die Dokumentarfilmerin Ye-ji (Cho Yeo-Jeong) und ihr Partner Sang-woo (Zo In-sung).
Handlung und Figuren
Die Filmemacherin Ye-ji will über entlassene Arbeiter berichten und macht das Paar zum Gegenstand ihrer Kamera. Ho-seok, nach einer Kündigung und einem brutal niedergeschlagenen Streik innerlich zerstört, reagiert auf die Aufnahmen mit Wut: „Warum filmen Sie das? Amüsieren wir Sie?“ Seine Frau Mi-ok stimmt dem Projekt zu in der Hoffnung, ihn zurück ins Leben zu holen. Ye-ji nähert sich der Familie und nutzt dabei auch bewusste Strategien der Inszenierung: Sie gibt sich als Arbeiterkind, fotografiert unbemerkt Mi-oks Handtasche, trägt auffällige Kleidung bei Interviews und wird von Mi-ok zunächst „Regisseurin Lee“ genannt.
Formale Mittel und soziale Spannungen
Lee Chang-dong setzt auf eine Mischung aus Direct Cinema und inszenierten Rückblenden, in denen unklar bleibt, ob Bilder Erinnerungen Mi-oks oder filmische Konstruktionen Ye-jis sind. Thematisch schwingt die Arbeit an Arbeiterkämpfen mit, etwa kritische Bezüge zum gewaltsam beendeten Streik in der Ssangyong-Autofabrik 2009. Ein Wochenende in Sang-woos Villa, die Präsenz eines lächelnden Hausmeisters und der Fund von Überwachungsmonitoren durch den Sohn Cheol machen deutlich, wie schwer eine Versöhnung der Klassen fällt. Ob Liebe möglich ist, bleibt ambivalent und offen.
Quelle: Filmdienst
