Und es war Sommer – Dieter Thomas Kuhn & Band

Film und Konzept

Und es war Sommer – Dieter Thomas Kuhn & Band ist eine Musikdokumentation (Deutschland 2025, 95 Minuten). Regisseurin Juliane Sauter, Jahrgang 1995, begleitete Dieter Thomas Kuhn und seine Band 2024 auf einer Open-Air-Tour und verbindet aktuelle Konzertimpressionen mit reichlich Archivmaterial. Sequenzen sind meist nicht chronologisch oder datiert, sodass der Film dem Publikum Raum lässt, den Kontext selbst zu erschließen.

DTK begann 1994 als Projekt: aufgewärmte Schlager in „crazy“ Verkleidung live zu performen, nach dem Motto: je geschmackloser, desto besser. Klassiker wie „Anita“, „Mendocino“, „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ und „Und es war Sommer“ werden zu Uptempo-Nummern und zur „Non Stop Dancing Party“. Gemeinsam mit Guildo Horn zählen DTK zu wichtigen Exponenten des sogenannten Schlager-Revivals.

Schwerpunkt: Krankheit und menschliche Seiten

Der Film rückt persönliche Brüche ins Bild, als Gitarrist und Musical Director Philipp „Howie“ Feldtkeller erfährt, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist und sich zusätzlich den Mittelfußknochen bricht. Gespräche über Tourplanung, Therapie, Männerfreundschaft und Versicherungsfragen werden vor laufender Kamera geführt. Bei einem Soundcheck singt Dieter Thomas Kuhn solo „Merci, Chérie“, Howie sitzt mit Gitarre und Gehhilfe am Bühnenrand — ein Moment, in dem Ironie und Doppelbödigkeit verschwinden.

Blick zurück und Abschied

Der Film zeichnet Stationen: Aufstieg zur ausgefüllten Live-Band, bis 1999 die Stuttgarter Schleyerhalle ausverkauft war; die Auflösung, Kuhns Versuch, als Popmusiker Fuß zu fassen, und ein gescheiterter „Dreigroschenoper“-Versuch wegen Einspruchs der Brecht-Erben. Das Comeback 2004/05 führte DTK über drei Jahrzehnte Live-Ekstase. Der Film stellt auch Fragen zur Verrohung des Spiels und der Rolle der Fans – Kuhn selbst sagt: „DTK haben den Schlager verarscht, aber verarschen die Fans, die sich komplett auf das Spiel einlassen und es forcieren, nicht mittlerweile längst ihrerseits die Band?“ Passend zum Filmstart wurde angekündigt, dass die Geschichte im Sommer 2027 mit drei Konzerten in Stuttgart und Berlin enden wird.


Quelle: Filmdienst

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