Chopin – Eine Sonate in Paris
Chopin: Leben zwischen Salon und Krankheit
Der polnische Film „Chopin – Eine Sonate in Paris“ zeichnet die letzten Jahre des Komponisten Frédéric Chopin im Paris der 1830er-Jahre nach. Fünf Jahre nach seinem Weggang von Warschau über Wien nach Paris ist der damals 25-jährige Pianist ein gefeierter Salonstar: Auftritte und Unterricht sichern 1835 seine Einkünfte, die Damenwelt gerät in Verzückung, und selbst der französische Kaiser soll ihm Ehrerbietung erweisen. Seine wahre Hingabe gilt jedoch der Musik.
Im Verlauf des Films spuckt Chopin, gespielt von Eryk Kulm, Blut; ein Arzt stellt Tuberkulose fest und rät ihm, bald eine Familie zu gründen. Die Beziehung zu der Literatin George Sand, dargestellt von Joséphine de la Baume, ist Teil des Dramas, wird aber weniger romantisiert als in früheren Verfilmungen. Franz Liszt (Victor Meutelet) erscheint als enger Freund, hinzu kommt der fiktionale Junge Carl (Theo Grundmann Brechet), dem Chopin in den letzten Wochen viel Aufmerksamkeit schenkt.
Inszenierung und erzählerische Entscheidungen
Regisseur Michal Kwiecinski und Drehbuchautor Bartosz Janiszewski orientieren sich an bekannten biografischen Stationen und nutzen moderate künstlerische Freiheiten. Kulms Darstellung profitiert von seiner polnischen Herkunft; Szenen im familiären Umfeld sind in der Muttersprache gehalten, was Authentizität verleiht. Auffällig ist die Entscheidung, bestimmte historische Figuren wie den Kunstmäzen Tytus Woyciechowski nicht darzustellen, obwohl neuere Forschungsliteratur latent homoerotische
Quelle: Filmdienst
