Whalefall
Whalefall erzählt als Survival-Thriller von Jay, einem jungen Taucher, der auf der Suche nach den Überresten seines ertrunkenen Vaters von einem Pottwal verschluckt wird und in dessen Mägen ums Überleben kämpft. Der Film verbindet das unmittelbare Überlebensszenario mit Rückblenden in die zerrissene Vater-Sohn-Beziehung.
Handlung und Motive
Der Film beginnt mit dem Tod des Vaters; sein Boot liegt noch in Küstennähe, Jay ist zum Zeitpunkt des Unglücks weit entfernt. Jay will den Leichnam bergen und landet stattdessen in den Mägen eines Pottwals, wo er gegen Muskelkontraktionen, Magensäure, Luftnot und Beifang wie einen Riesenkalmar ankämpft. Die Erzählung zieht Parallelen zur Jona-Figur und zitiert in diesem Zusammenhang eine Interpretation aus Herman Melville: „Und wenn wir dem Herrn gehorchen, müssen wir uns selbst den Gehorsam verweigern…“
Inszenierung und Eindruck
Die Inszenierung arbeitet weniger mit klaustrophobischem Horror als mit einem rauen Überlebensportrait à la „The Revenant“—nur eben im Inneren eines großen Meeressäugers. Der Film koppelt den körperlichen Überlebenskampf an Jays Erinnerungen an den herrischen Vater; Josh Brolin spielt diesen Vater dominant und pathosreich, Elisabeth Shue ist als Mutter besetzt. Kritikpunkte sind die mangelnde Subtilität mancher Figurenzeichnung und die deutlich sichtbare Vermischung von Familiendrama, Tiefsee-Biologie und Inuit-Folklore. Zugleich gelingt dem Film eine gewisse Eleganz, wenn er die gescheiterte Beziehung in eine versöhnliche Bewusstseinsebene überführt.
Daten und Besetzung
- Genre: Literaturverfilmung, Survival-Thriller
- Land / Jahr: USA 2026
- Laufzeit: 106 Minuten
- Regie / Vorlage: Brian Duffield nach dem Roman von Daniel Kraus
Quelle: Filmdienst
