Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf

Dokumentarfilm stellt Zeitzeugen Albrecht Weinberg vor

Der Dokumentarfilm „Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf“ (Deutschland 2026, 92 Minuten) begleitet den Holocaust-Überlebenden Albrecht Weinberg (1925–2026) in seinen letzten Lebensjahren. Regie führten Güner Yasemin Balci und Jesco Denzel. Der Film zeigt Weinberg als hochbetagten Zeitzeugen, der in Ostfriesland in Schulen von seinen Traumata erzählt und dabei nicht nur die Schrecken der Vergangenheit, sondern auch sein Leben im Jetzt sichtbar macht.

Leben, Verfolgung und Rückkehr

Weinberg wuchs in einer norddeutschen Kleinstadt auf, sprach Plattdeutsch und verstand sich als Ostfriese. Als Junge aus einer jüdischen Familie wurde er zunehmend diskriminiert: Beschimpfungen, Angriffe, Einschränkungen beim Einkauf und die Zwangsumsiedlung nach der Reichspogromnacht 1938 gehören zu den dokumentierten Ereignissen. Er überlebte Zwangsarbeit, Auschwitz, Bergen-Belsen und mehrere Todesmärsche; rund 40 Angehörige, darunter seine Eltern, wurden ermordet.

Rolle in der Vermittlung und persönliche Nähe

Nach dem Krieg baute Weinberg in New York mit seiner Schwester Friedel ein neues Leben auf; erst deren Krankheit führte ihn zurück nach Deutschland. In Leer lebt er mit seiner Pflegerin und Gefährtin Gerda Dänekas. Der Film zeigt eindrücklich, wie er trotz körperlicher Gebrechlichkeit Jugendlichen von Verfolgung und Überleben berichtet. Seine Häftlingsnummer auf dem Unterarm erinnert ihn täglich an die Shoah; wie Weinberg selbst sagt, sei der Holocaust „immer in seinem Kopf“.

Der Film verbindet private Fotos aus der Vorkriegszeit und aus New York mit Momentaufnahmen in Ostfriesland. Er zeigt Ehrungen wie die Benennung des Gymnasiums in Rhauderfehn und die Ernennung zum Ehrenbürger im Rathaus von Leer, bildet aber ebenso die seelische Erschöpfung nach Begegnungen mit Schülerinnen und Schülern ab.


Quelle: Filmdienst

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