Der Klang der Stradivari
Filmdaten
Der Klang der Stradivari | Drama | Frankreich 2025 | 102 Minuten. Regie: Grégory Magne. Vier Musiker:innen sollen mit Instrumenten von Antonio Stradivari ein einmaliges Konzert in einer kleinen französischen Kirche aufführen.
Inhalt und Konflikte
Die wohlhabende Auftraggeberin Astrid (Valérie Donzelli) realisiert den lang gehegten Traum ihres verstorbenen Vaters: ein Kammerensemble, das erstmals gemeinsam auf 300 Jahre alten Stradivari-Instrumenten spielt. Das Projekt bringt vier sehr unterschiedliche Künstler zusammen und gerät durch alte Verletzungen, Eitelkeiten und unterschiedliche Selbstverständnisse als Musikerinnen und Musiker in Gefahr.
Konkrete Spannungen entstehen, als die Cellistin Lisa (Marie Vialle) erfährt, dass die zweite Geige von Peter (Daniel Garlitsky) übernommen werden soll, der sie einst für eine Stelle in einem Spitzenorchester sitzen ließ. Apolline (Emma Ravier) stößt auf Ablehnung, weil sie ihre Karriere ohne Konservatoriumsabschluss und Wettbewerbe allein über Social Media vorangetrieben hat (mit 700.000 Likes für freizügige Fotos).
Als die Fronten sich verhärten, holt Astrid den Komponisten Charlie Beaumont (Frédéric Pierrot) hinzu. Beaumont ist eine fiktive Figur; die im Film gespielte Partitur stammt von Grégoire Hetzel. Er schafft es, die Musiker nach mehreren Eskalationen zusammenzuführen.
Musik, Bild und Darsteller
Magne zeichnet jedes Porträt mit Feingefühl und vermeidet bloße Karikaturen. Die Proben in prächtigen Schloss-Interieurs und die musikalischen Großaufnahmen wirken glaubwürdig: alle Darsteller beherrschen ihre Instrumente professionell. Daniel Garlitsky bringt als podiumserfahrener Musiker besondere Authentizität, Mathieu Spinosi spielt den Primarius George ebenso überzeugend wie Marie Vialle und Emma Ravier ihre jeweiligen Rollen.
Die von Hetzel komponierte Musik klinkt moderat in moderner Tonsprache, sinnlich und geheimnisvoll und eignet sich als eigenständiges Konzertwerk. Der Film ist leichtfüßig und verspielt und könnte der Kammermusik neue Aufmerksamkeit verschaffen.
Quelle: Filmdienst
