Vaterland (2026)
Vaterland (2026) – Kurzinfo und Handlung
Vaterland ist ein 82 Minuten kurzes Historiendrama (Biopic) aus Polen/Italien/Frankreich/Deutschland von 2026. Pawel Pawlikowski inszeniert den Schwarz-Weiß-Film im 4:3-Format und ist zugleich einer der Drehbuchautoren, gemeinsam mit Hendrik Handloegten. Im Zentrum steht der alte Schriftsteller Thomas Mann und seine Tochter Erika, die 1949 nach dem Ende der NS-Herrschaft aus dem Exil zurückkehren und im Westen wie im Osten umgarnt werden.
Der Film erzählt von der Reise durch ein noch zerstörtes Deutschland, von Verlockungen beider deutscher Staaten (jeweils mit Goethepreisen) und von persönlichen Katastrophen: Klaus Mann (August Diehl) ringt in Cannes mit Verzweiflung, seine Schwester Erika (Sandra Hüller) erreicht Frankfurt aus Los Angeles, und die Nachricht vom Tod Klaus’ trifft beide. Szenen wie Telefonate, eine lange Autofahrt in einem Buick und das Bankett vor Goethes Gartenhaus zeichnen die moralischen und politischen Dilemmata nach.
Personen und Schlüsselszenen
Hanns Zischler spielt Thomas Mann; Devid Striesow ist als Johannes R. Becher zu sehen, Joachim Meyerhoff als Gustaf Gründgens, Enno und Theo Trebs als Wieland und Wolfgang Wagner, Daniel Wagner als Oberst Tjulpanow. Provokante Momente und prägnante Bilder — etwa der Vorschlag kollektiven Selbstmords, Klaus’ Satz „Stalin oder Micky Mouse!“ und die Ohrfeige zwischen Erika und Gründgens — strukturieren die Handlung.
Form und Bewertung
Der Film setzt auf formale Verdichtung: enge Innenräume, diskrete Tonabmischung und eine auf das Nötige reduzierte Kameraarbeit. Die leicht veränderten biografischen Fakten dienen der narrativen Verdichtung; das Drehbuch und das Ensemble werden im Quelltext als besonders gelungen gewürdigt. Besonders hervorgehoben wird ein epiphanischer Musikmoment gegen Ende, der eine seltene emotionale Öffnung bei Thomas Mann erlaubt.
Quelle: Filmdienst
