Kalter Hund
Kalter Hund
Kalter Hund ist ein deutsches Drama (2026) von Pauline Roenneberg mit einer Laufzeit von 130 Minuten. Der Film, der in der bayerischen Provinz spielt, verbindet laut Beschreibung Elemente à la Chabrol und Haneke und schildert das Auseinanderbrechen einer bürgerlichen Fassade nach dem Tod des Patriarchen.
Handlung und Themen
Im Zentrum steht die von Corinna Harfouch gespielte Witwe Marianne, die den 100. Geburtstag ihres wohlhabenden Gatten trotz dessen Suizid mit einer Überdosis Barbiturate heimlich weiterfeiern lassen will. Kinder, Enkel und Gäste werden getäuscht, bis die Leiche entdeckt wird und Lügen, Schweigen und Geheimnisse nach und nach offenbart werden.
Das Ensemblekonfliktfeld umfasst eine psychosomatisch kranke Tochter, Valerie (Victoria Mayer), ihre Tochter Fanny (Lea Drinda), das vietnamesische Hausmädchen Joy (Mai Duong Kieu) und die stieftochterähnliche Karoline (Karoline Eichhorn), die mit esoterischen Ritualen und einer Familienaufstellung versucht, Ordnung herzustellen. Weitere Figuren sind Kasimir (Thomas Mraz), der um ein verschwundenes Testament ringt, sowie Bestatter, die in dem Durcheinander ihre Arbeit tun.
Der Film dekonstruiert familiäre Abhängigkeiten, zeigt alte Home-Videos mit früheren Grausamkeiten und konfrontiert die Familie mit Fotoalben zur NS-Vergangenheit des Großvaters. Schwarzer Humor und Tragik stehen laut Bewertung in einem fein austarierten Verhältnis.
Inszenierung und Ensemble
Regisseurin Pauline Roenneberg, Absolventin der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (Dokumentarfilmregie), inszeniert laut Text ein bemerkenswertes Filmdebüt mit starker Schauspielführung und improvisierten Dialogen. Das Drehbuch stammt von Roenneberg und Britta Schwem. Besonders hervorgehoben wird das fulminante Ensemble, das die Enthüllung der Familiengeschichte wie ein Uhrwerk vorantreibt.
Quelle: Filmdienst
