Digger (2026)
Filmdaten
Digger (2026) – Satire | USA/Großbritannien/Mexiko, 129 Minuten. Regie: Alejandro González Iñárritu. Kamera: Emmanuel Lubezki (VistaVision-Verfahren).
Inhalt und Inszenierung
Die Satire verfolgt den milliardenschweren Erdölmagnaten Digger Rockwell (Tom Cruise), dessen egoistisches Handeln eine folgenschwere Katastrophe auslöst und ihn zugleich dazu bringt, das Unheil zu stoppen. Rockwells Alltag ist geprägt von einer inszenierten Pracht: ein rustikal-pompöses Anwesen, ausgestopfte Trophäen, die heilige Familien-Schaufel und eine betagte Katze, die ihn begleitet.
Als Warnungen eines wissenschaftlichen Beraters vor einer Methangas-Leckage ignoriert werden, explodiert eine Ölbohrplattform; ein gigantischer Eisberg, genannt „Judy“, steuert auf Nordeuropa zu. Dr. Ganesh (Riz Ahmed) informiert Digger, der trotz der Bedrohung vor allem sein Imperium und sein Image im Blick hat. US-Präsident Compson (John Goodman) und weitere Figuren diskutieren eher um Narrative als um Rettungschancen.
Iñárritu eröffnet mehrere Ebenen: Gesellschaftssatire, Meta-Observationen und eine theatralische Darstellung, die an Roy Andersson, Ruben Östlund und Quentin Dupieux erinnert. Die Kameraarbeit von Lubezki, die gedeckten Farben und statischen Einstellungen prägen das Bild. In Nebenrollen sind Michael Stuhlbarg und Burn Gorman zu sehen; Sandra Hüller spielt Diggers Halbschwester Emma. Figuren wie jene von Jesse Plemons („It’s funny and it’s dumb.“) und Sophie Wilde sind Teil des meta-theatralischen Geflechts.
Wertung
Die Farce bleibt ambivalent: Die Satire will viel, wirkt aber oft grobschlächtig und bleibt selten wirklich komisch. Tom Cruise ist unter schwerer Maske kaum wiederzuerkennen; die Inszenierung pendelt zwischen kunstvollem Anspruch und plump ausgesprochenen Gedanken. „Digger“ bietet einen pessimistischen, theatralischen Blick auf Macht, Medien und kulturelles Erbe.
Quelle: Filmdienst
