Watching People Watching Birds
Watching People Watching Birds
Der Dokumentarfilm Watching People Watching Birds (Deutschland 2026, 96 Minuten) von Ulrike Franke und Michael Loeken porträtiert Menschen, die beruflich oder als Hobbyornithologen eine tiefe Leidenschaft für Vogelbeobachtung hegen. Die Bilder zeigen Beobachtungen in unterschiedlichen Umgebungen: einen ökologischen Garten in Santa Cruz, kalifornien, ein Flussufer im Ruhrgebiet und eine Vogelstation auf Helgoland.
Protagonist:innen und Motive
Der Film begleitet ein buntes Spektrum: ein Ehepaar, das sich beim Erkennen von Vogelstimmen gegenseitig abfragt; eine Bäckereiverkäuferin, die morgens bereits einen Gartenbaumläufer hört; ein LKW-Fahrer, der unterwegs Vogellaute lernt; und Jonathan Franzen, der nach einem Besuch im Central Park seine späte Faszination für Vögel beschreibt. Ein älterer Mann blättert in einem zerfledderten Vogeltagebuch, während eine junge Mitarbeiterin auf Helgoland Daten zur Population erfasst, etwa zu einer Kolonie brütender Basstölpel, die von der Vogelgrippe betroffen ist.
Ästhetik, historische Exkurse und ökologische Themen
Frankes und Loekens Beobachtungen kombinieren Nahaufnahmen birdwatchender Menschen mit Totaleinstellungen von Industrie- und Agrarlandschaften. Ein kurzer Exkurs dokumentiert die staatlich organisierten Spatzenverfolgungen im Zuge des „Großen Sprungs nach vorn“ in China 1958; dabei heißt es, rund 2 Milliarden Spatzen seien getötet worden. Der Film thematisiert außerdem Artensterben und umweltbedingte Krankheiten: Eine kurz eingeblendete Liste nennt ausgestorbene und gefährdete Arten, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Formen von Demut, Begeisterung und Erschütterung gegenüber der Vogelwelt treten dabei gleichberechtigt nebeneinander auf.
Quelle: Filmdienst
