Gentle Monster
„Gentle Monster“: Ein Drama über Vertrauen und Wahrheit
Gentle Monster (Drama | Österreich/Deutschland/Frankreich/Finnland 2026 | 115 Minuten) erzählt von der Pianistin Lucy (Léa Seydoux) und dem Filmemacher Philip (Laurence Rupp), deren Leben aus den Fugen gerät, als der Mann beschuldigt wird, Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie. Das Paar ist mit dem Sohn Johnny (Malo Blanchet) in ein großes Bauernhaus in der bayerischen Provinz gezogen; der Alltag verändert sich schlagartig, als die Polizei erscheint und Philips Datenträger beschlagnahmt.
Regisseurin Marie Kreutzer führt die Figuren in einer langen Exposition ein und konzentriert sich auf Lucys innere Zerrissenheit: Sie ringt mit der Frage, ob sie dem zärtlichen Vater und Partner glauben kann. Die Ermittlerin Elsa Kühn (Jella Haase) bringt eine zweite Perspektive in den Film, die berufliche Belastung und familiäre Konflikte verbindet; ihr Vater wird von Sylvester Groth dargestellt. Die Kameraarbeit stammt von Judith Kaufmann, die Montage von Ulrike Kofler.
Kontext und Kontroverse
Der Film verzichtet auf die Darstellung von Missbrauchsszenen und legt stattdessen Wert auf die persönliche Dimension. Marie Kreutzer begann Recherchen nach einem Zeitungsartikel 2020 und setzte das Projekt trotz persönlicher Betroffenheit fort. Nach der Anklage und Verurteilung des Schauspielers Florian Teichtmeister im Januar 2023 wurde Kreutzer kritisiert, bereits kursierende Vorwürfe aus 2021 ausgeblendet zu haben; sie hat dem widersprochen und das Projekt fortgeführt.
Relevanz
„Gentle Monster“ ordnet
Quelle: Filmdienst
