Staatsschutz
Staatsschutz: Ein Thriller über Vertrauen und Verrat
Faraz Shariats Thriller Staatsschutz (Deutschland 2026, 114 Minuten) erzählt von der koreanisch-stämmigen Staatsanwältin Seyo Kim (Chen Emilie Yan). Frisch ernannt in der Kleinstadt Neuwerda, gerät sie nach einem rassistischen Anschlag, bei dem sie mit einem Molotowcocktail attackiert wird, in einen persönlichen und beruflichen Konflikt. Offiziell vertritt sie den Staat, doch als Ermittlungen stocken und Akten verschlossen bleiben, beginnt sie heimlich nach Verbindungen zwischen der rechten Szene und staatlichen Stellen zu suchen.
Handlung
Seyo handelt gegen eigenes Dienstrecht und recherchiert in eigener Sache, nachdem sie im Park von einem Vermummten angegriffen wurde. Zuvor hatte sie einen Fall gegen einen stadtbekannten Neonazi eingestellt — eine Entscheidung, die ihre Rationalität und ihr Berufsbild zeigt. Durch Einsicht in ihre Akte und Recherchen im lokalen Milieu deckt sie weitverzweigte Verstrickungen auf: Vertreter der örtlichen Polizei und Juristen weisen Verbindungen zur Szene auf. Ihr Risiko nimmt zu, ihre Beziehung zu Partnerin Min‑Su und ihr eigenes Verfahren, in dem sie von der Rechtsanwältin Tiedemann (Julia Jentsch) vertreten wird, geraten in Gefahr.
Stärken und Kritik
- Schauspiel: Chen Emilie Yan überzeugt als getriebene Protagonistin; Arnd Klawitter liefert einen undurchsichtigen Vorgesetzten.
- Thema: Der Film stellt Fragen nach dem Schutz des Staates und der Fragilität demokratischer Institutionen.
- Spannung: Verfolgungsjagden und gefährliche Recherchen halten die Handlung voran.
- Kritik: Dramaturgisch schlägt der Film mitunter über die Stränge und wirkt nicht immer plausibel; Seyos Regelbrüche können als fahrlässig bewertet werden.
Staatsschutz konfrontiert das Publikum mit der Frage, ob Neutralität und Recht allein genügen, um Gerechtigkeit herzustellen — und wie verletzlich demokratische Strukturen sein können, wenn Verlässlichkeit fehlt.
Quelle: Filmdienst
