Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski
Filmisches Porträt eines genialen Fälschers
Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski ist ein französisches Biopic von Jean-Paul Salomé (2025, 129 Minuten), das Leben und Werk des Geldfälschers Czesław Bojarski (auch Jan) nachzeichnet. Stilistisch bewegt sich der Film zwischen Film noir, Heist-Movie und Krimi. Ausgangspunkt ist eine spektakuläre Überfallsequenz in einem Wald: Maskierte Täter entführen aus einem von Motorrädern eskortierten Panzerwagen nicht Gold, sondern Spezialpapier für Banknoten – und zeigen damit das handwerkliche Zentrum der Geschichte.
Bojarski, 1912 in Polen geboren, studierte Ingenieurkunst und Architektur. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er zum Militärdienst eingezogen und geriet in ungarische Gefangenschaft; Anfang der 1940er-Jahre floh er nach Frankreich und lebte dort ohne amtliche Papiere. Zunächst verdiente er sich mit der Fälschung von Pässen etwas dazu, später begann er heimlich, Banknoten zu produzieren. Salomés Film folgt seinem Doppelleben: Erfinderische Tüfteleien, eine Ehe mit Suzanne (Sara Giraudeau) und die Einrichtung einer versteckten Notenmanufaktur im eigenen Haus nahe Paris.
Technik, Zeitgeist und Jagd
Der Film zeigt detailreich die manuelle Kunst der Notenfälschung – von der Papierzubereitung über das Ritzen von Druckplatten bis zum Trocknen der Scheine – und dokumentiert, wie die Banque de France neue Ausgaben einführte, um Fälschern das Leben schwer zu machen. Bojarski fertigte unter anderem 1950 1000-Franc-Scheine (Edition Minerva und Herkules), 1958 5000-Franc-Scheine (Edition Erde und Meer) und nach der Währungsreform 1959 100-Franc-Noten (Edition Bonaparte).
Konflikt und Darstellung
Im Zentrum steht das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Bojarski und dem Ermittler André Mattéi (Bastien Bouillon). Reda Kateb verkörpert Bojarski zurückhaltend und präzise; das Porträt lässt neben dem kriminellen Handwerk auch das innere Drama beider Männer durchscheinen. Unklar bleibt bewusst der Grad der Anteilnahme seiner Frau Suzanne an seinen Machenschaften, was die Erzählung offen und ambivalent hält.
Quelle: Filmdienst
