Nur ein kleines bisschen Glück
Film und Ausgangslage
Nur ein kleines bisschen Glück ist eine satirische Kriegs‑Komödie aus Frankreich (2026) mit einer Länge von 104 Minuten. Im Mittelpunkt steht Jean Chevalin (Benoît Poelvoorde), der 1940 nach nur einem Tag in der französischen Armee desertiert und sich ausgerechnet als Jude ausgibt, um leichter in den Süden des Landes zu fliehen. Seine Frau Paulette (Audrey Lamy) und der Sohn Marcel (Louis Lagorce Douce‑Doussière) begleiten ihn in dem riskanten Identitätswechsel: Aus Jean wird Jacob, aus Paulette Sarah und aus Marcel Joseph.
Handlungsskizze und Tonfall
Jean gelingt es, mit gefälschten Papieren in das Schloss einer adligen Helferin zu gelangen, wo sich jüdische Flüchtlinge verstecken. Das Manöver entpuppt sich als Falle: Die Widerstandszelle erwartet von Jacob die Ausführung eines Bombenattentats. Zunächst nutzt Jean seinen Betrug, trennt sogar den jüdischen Friseur Sam Goldstein (gespielt von Pascal Elbé) von dessen Sohn, ändert aber später seine Haltung. Gemeinsam mit Goldstein bekämpft er schließlich Nazis, lernt jüdische Feiertagsrituale kennen und schafft es laut Filmhandlung bis nach Palästina.
Stilistische und inhaltliche Bewertung
Der Humor des Films entsteht aus dem Spannungsverhältnis zwischen der Ahnungslosigkeit der Hauptfigur und dem Wissen des Publikums. Kritisch hervorgehoben werden klamaukhafte Momente, etwa wenn Poelvoorde stereotype Grimassen zeigt, und eine Tendenz zu konventioneller Emotionalität. Vergleichende Anklänge an Das Leben ist schön (1997) und Jan Hřebejks Wir müssen zusammenhalten (2000) werden im Text genannt. Trotz der hybriden Mischung aus Kriegsfarce, Gesellschaftssatire und Historiendrama trägt Benoît Poelvoorde die Rolle als Antiheld und verleiht dem Film Glaubwürdigkeit, auch wenn das satirische Aufklärungs‑Potenzial nicht durchgehend ins Zentrum gerückt wird.
Quelle: Filmdienst
