Jim Queen
Schrille Satire um einen Influencer, der zur Zielscheibe einer Seuche wird
Jim Queen ist ein Animationsfilm (Frankreich/Belgien, 2026, 86 Minuten), der in einer knalligen Comic-Ästhetik die Figur Jim Parfait zeichnet: ein homosexueller Muskelmann, Influencer und Selbstvermarktungsikone, der durch eine neue Seuche namens Heterose zunehmend schwächer und „unschwuler“ wird. Erste Symptome sind diffuse Schwäche, Lustlosigkeit und schwächelnde Bauchmuskeln; die Ärztin Nina diagnostiziert ihn als Träger der Krankheit.
Handlung, Figuren und Tonfall
Jim, dessen Lebensinhalt Sexappeal und Social-Media-Inszenierung sind, fürchtet den Verlust seines Luxuskörpers und seiner Position als „Gym Queen“. Er sucht den Wissenschaftler Dr. Ragout, der an einem Serum forschen soll. Hinweise könnte Pavel geben, Jims Konkurrent im Fitnessstudio, der jedoch nicht bereit ist zu helfen. Parallel entwickelt sich die Beziehung zu Lucien, einem schüchternen Jungen aus politischem Haushalt, dessen Mutter im französischen Kabinett sitzt und bei dem das Coming-out totgeschwiegen wird. Lucien ist Jims heimlicher Fan und nimmt am „Powerboyz“-Event in Paris teil, während Jim bereits immer „unschwuler“ wird.
Form und Botschaft
Regie führen Marco Nguyen und Nicolas Athané. Formal erinnert der Film an Lesbian Space Princess (2025) von Emma Hough Hobbs und Leela Varghese, arbeitet aber explizit das „G“ der LGBTQIA+-Community ab und geht dabei respektloser zu Werke. Figuren wie „Bären“, die überzeichneten BDSM-Liebhaber als „GAYstapo“ oder „Gear-Fetischisten“ treten in politisch inkorrekter, aber überzeichnender Satire auf. Der Film ist bunt, boulevardesk, teils Musical und setzt stärker auf Pointen und originelle Figurenzeichnung als auf stringente Botschaften: Am Ende klären sich manche Dinge, doch Jims Motto „Sei immer du selbst, alle anderen sind schon vergeben!“ bleibt ambivalent.
Quelle: Filmdienst
