Becoming Kim
Becoming Kim: Ein persönlicher Dokumentarfilm
Becoming Kim (Dokumentarfilm | Deutschland/Südkorea 2026 | 93 Minuten) schildert die Fernbeziehung der deutschen Regisseurin Susanne Kim zu ihrem koreanischen Ehemann Jeong Rae. Der Film beginnt bei der Begegnung des Paares in Damaskus – beim Falafelessen – führt über die Hochzeit nach der Geburt der Tochter Hannah und zeigt schließlich das Auseinanderdriften durch häufige Abwesenheit des Vaters, der zeitweise in Nigeria, Saudi-Arabien und schließlich in seiner Heimat Wonju arbeitet.
Inhaltliche Schwerpunkte
Susanne Kim stellt sich und ihre Familie vor die Kamera: Die Tochter Hannah ist wütend auf ihren Vater, die koreanische Schwiegermutter Sun Ja spricht weder mit Kim noch mit der Enkelin auf Koreanisch, und die Kommunikation zwischen den Partnern bleibt oft brüchig. Die Regisseurin dokumentiert zudem, wie Corona die Situation verändert – Jeong Rae kehrt nach Südkorea zurück und eröffnet dort einen Grillhähnchen-Imbiss. Susanne droht halb im Spaß, halb im Ernst mit einem Film oder einer Scheidung; der Film entsteht.
Form und Reflexion
Kim fungiert als Regisseurin und Protagonistin zugleich. Mit Home-Videos, Fotos, Collagen und inszenierten Momenten – etwa Verkleidungen als Huhn oder Flusspferd – sucht sie nach Erklärungen für familiäre Verletzungen und Sprachlosigkeit. Der Film thematisiert Culture Clash, Traumata, Rassismuserfahrungen in Leipzig und die Frage, ob Liebe allein für ein Zusammenleben reicht. Trotz offener Konflikte vermeidet der Film eine Abrechnung: Er bleibt aufmerksam, mitunter spielerisch, und zeigt, dass Liebe weiterhin vorhanden ist, auch wenn soziale Prägungen und unterschiedliche Biografien die Beziehung belasten.
Quelle: Filmdienst
