Noga

Noga ist ein dokumentarisches Porträt der israelischen Musikerin Noga Erez. Der Film (USA/Deutschland/Israel/Österreich 2026, 100 Minuten) begleitet eine Künstlerin, deren internationale Karriere durch das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und die nachfolgenden antiisraelischen Kulturattacken in eine schwierige Lage geriet. Regie führten Jono und Benji Bergmann.

Filmaufbau und Erzählweise

Die Dokumentation ist in neun, nach Song-Titeln benannte Kapitel gegliedert und teilt das Leben der Musikerin in ein „Davor“ und ein „Danach“. Die Stationen vor dem 7. Oktober sind mit „A“, jene danach mit „B“ gekennzeichnet. Statt einer klassischen Musikdoku mit zahlreichen Interviews setzt der Film auf persönliche Begleitung: Konzerte erscheinen stellenweise stumm, intime Geständnisse wie das Gefühl „komisch, wie bei einem Meltdown“ werden festgehalten, und ein verzweifelter Schrei in die nächtliche Skyline von Tel Aviv bleibt eindrücklich im Gedächtnis.

Zwischen Karriere, Privatem und politischem Druck

Konsequenzen und Unklarheiten

Noga Erez, Jahrgang 1989, gilt als eine der international erfolgreichsten Sängerinnen aus Israel; Fans nennen unter anderem Billie Eilish, Robbie Williams und Missy Elliott. Der Film zeigt, wie sie mit persönlichem Druck ringt — um ihre Beziehung zu Ori Rousso, die Frage eines Kindes und medizinische Entscheidungen wie das Eizellen-Einfrieren — und zugleich mit politischer Positionierung hadert. Sie tritt in Israel bei Demonstrationen zur Geiselfreilassung auf, trifft Überlebende des Massakers und versucht auf internationalen Bühnen um Verständigung zu werben. Gleichzeitig wird sie von zahlreichen Festivals gecancelt; ob wegen ihrer Herkunft oder wegen angeblich unzureichender Distanz zur Gaza-Politik bleibt im Film offen.

Das Porträt bleibt persönlich und tendenziös zugleich: Es zeigt eine Künstlerin zwischen Rechtfertigung und Selbstbehauptung — bis hin zu einem triumphalen Auftritt beim Coachella-Festival, den der Film ebenfalls dokumentiert.


Quelle: Filmdienst

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