Bruno – Der junge Kreisky
Bruno – Der junge Kreisky ist ein Dokumentarfilm (Österreich 2026, 116 Minuten) von Harald Sicheritz, der die frühen Jahre des sozialdemokratischen Politikers Bruno Kreisky (1911–1990) in den 1930er-Jahren beleuchtet. Der Film konzentriert sich auf Kreiskys politische Selbstfindung und den Kampf gegen den Austrofaschismus und soll im Herbst 2026 ein Publikum für diese historische Persönlichkeit ansprechen.
Inhalt
Der Film zeigt Schlüsselereignisse wie die Proteste vor dem Wiener Justizpalast am 15. Juli 1927, die laut Darstellung 84 Tote unter den Demonstranten, fünf tote Polizisten und Hunderte Verletzte forderten und rückblickend den Beginn des Österreichischen Bürgerkriegs markieren. Kreisky, Sohn eines gutbürgerlichen jüdischen Elternhauses, erlebt dieses Ereignis als prägend und schließt sich der Sozialistischen Arbeiterjugend an. Inhaftierungen, Untergrundarbeit, die Februarkämpfe 1934 und Zellengenossen unterschiedlichster politischer Couleur prägen die Handlung. Eine Szene zeigt einen Nationalsozialisten, der mit „Heil Hitler!“ grüßt; Kreiskys Antwort im Film lautet: „Tut mir leid, ich bin kein Arzt!“
Personen und Figuren
Kreisky wird von Nils Arztmann verkörpert. Der Film ergänzt historische Figuren durch fiktionale Elemente, etwa die Liebesfigur Adele (Maya Unger). Gezeigt werden auch Subkulturen wie die sogenannten „Lobau-Indianer“ und Diskussionen über künftige Studien- oder Berufswege.
Kritik und Kontext
Regisseur Sicheritz setzt auf Nostalgie und atmosphärische Zuspitzungen; die Inszenierung wird als teils bieder und hölzern beschrieben, mit starkem Pathos und klischeehaften Typisierungen politischer Lager. Politische Debatten treten oft hinter Aperçus und dramatischen Bildern zurück. Der Abspann erinnert schließlich an spätere politische Leistungen der Ära Kreisky, darunter:
- Ostpolitik
- Nord-Süd-Dialog
- Entwicklungshilfe
Quelle: Filmdienst
