One Night Only

One Night Only: Prämisse und Figuren

One Night Only verlegt die absurde Idee von „The Purge“ in eine romantische Komödie: In einer totalitären US-Gesellschaft ist vorehelicher bzw. außerehelicher Sex nur noch für eine Nacht im Jahr erlaubt. Regisseur Will Gluck nutzt dieses Szenario als Kulisse für eine Screwball-Geschichte im glitzernden New Yorker Nachtleben. Im Zentrum stehen die angehende Sängerin Allie (Monica Barbaro) und der Pizzabäcker Owen (Callum Turner). Nebenrollen spielen unter anderem Maya Hawke; Molly Ringwald hat eine prominente Gastrolle.

Der Film zeigt, wie Hygieneartikel zu Luxusgütern werden, Dating-Apps zur Hauptbeschäftigung avancieren und das Publikum sich auf die alljährliche Partynacht vorbereitet. Viele grundlegende Fragen zum Regime – etwa zur Entstehung des Gesetzes, zur Überwachungslogistik oder zum mangelnden Protest – beantwortet der Film kaum und lässt sie als Hintergrundrauschen stehen.

Inszenierung, Ton und Kritik

Gluck setzt auf eine glatte Werbeclip-Ästhetik, Reminiszenzen an romantische Komödien der 1960er bis 1990er Jahre und ironische Brüche (etwa durch Magenprobleme oder einen Popsong als Werbung für Hygieneprodukte). Die Chemie zwischen Callum Turner und Monica Barbaro wird als wichtigste Stärke genannt; Barbaro liefert demnach erneut eine starke Darbietung.

  • Stärken: sympathische Hauptdarsteller, kurzweilige Momente, ironische Hommagen.
  • Schwächen: unverarbeitete und moralisch problematische Grundprämisse, fehlende kritische Auseinandersetzung mit dem Regime.

Fazit

„One Night Only“ funktioniert als unterhaltsame, oberflächliche RomCom, die allerdings eine verfehlte Chance lässt: Die Mischung aus glitzernder Ästhetik und einer menschenunwürdigen Ausgangsidee wirkt letztlich eher wie ein erfolgreicher Marketing-Gag als wie ein mutiges filmisches Statement.


Quelle: Filmdienst

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